Delbruegge Band

10. Juni 2022 | 20:00 Uhr | 15 €

bistro verde in der alten Schmiede
Maternusstraße 6 | 50996 Köln
Tel.: 93550417 | info@walterscheidt.net

Bernd Delbrügge – sax, voc | Gert Kapo – keys
Gero Gellert – b | Dirk Ferdinand – dr


Ist das Jazz? Blues? Soul? Auf jeden Fall ist seine Musik die, die er selbst gerne morgens um zwei am Tresen seiner Lieblingsbar hören möchte. Deshalb verortet der Kölner Saxophonist Bernd Delbrügge sie auch »irgendwo zwischen Duke Ellington, Tom Waits und Clärchens Ballhaus«. 

»Das Schlechte im Guten, das Gute im Schlechten«, besagt das Mephisto-Prinzip, dem wir die neue Musik von Bernd Delbrügge verdanken. Das Jahr 2020 brachte mehr als genug Zeit und Muße zum Komponieren – für einen viel beschäftigten Profimusiker sonst ein knappes Gut. Delbrügge verbrachte noch mehr Stunden mit dem Saxophon, ging raus in die Stadt, spielte unter Bahnbrücken und ließ sich auf seiner Lieblingsparkbank von der Muse küssen. Dort reiften auch die Ideen für sein Quartett, und schließlich stand die Delbruegge Band mit einem Dutzend eigener Titel im Tonstudio von Dirk Baldringer.

Digital war gestern! »Analogue Souls« – das Debütalbum der Delbruegge Band – wurde ausschließlich auf analogem Weg mit Oldschool-Klangerzeugern aufgenommen. Zum Einsatz kamen u.a. ein originales Wurlitzer-Piano, die legendäre Hammond-B3-Orgel und ein akustischer Konzertflügel. Delbrügges Telefunken-Aufnahmemikrofon stammt aus dem Jahr 1963, Ringo Starr hat ein baugleiches Exemplar schon bei den Beatles benutzt. 

Bernd Delbrügge und seine Bandkollegen Gert Kapo (keys), Gero Gellert (bass) und Dirk Ferdinand (drums) verstehen sich prächtig auf das Anrichten von Grooves und kochen auch solistisch nicht auf kleiner Flamme. Für die vier Musiker gibt es keine musikalischen Grenzen: »il mio Topolino« könnte aus einem Fellini Film stammen, »fünf gerade sein lassen« erklingt in einem zappaesken 5/4-Takt, und zu »drunken man´s Boogaloo« nehmen wir den letzten Absacker an der Bar. Die Band spielte das Album live mit einer AEG 2-Zoll 24-Spur-Bandmaschine aus den 70-ern ein. Die Rückbesinnung auf ein solches »retro« Aufnahmeverfahren liefert die klangliche Wärme und Komplexität, die ihrer Musik gerecht wird. Ein Grund mehr, »Analogue Souls« adäquat als 180gr. Vinylpressung herauszubringen. Das Album erscheint am 29. April 2022 auf Westpark Music.

Bernd Delbrügge
Bernd Delbrügge hat in seinem Musikerleben schon vielfältige und markante Spuren in der Musikgeschichte seiner Heimatstadt Köln hinterlassen. Der Express beschreibt ihn als „Kölns bekanntester Saxophonist“, der Kölner Stadtanzeiger nennt ihn „Soulhüne und Multitasker“ – wobei Papier ja bekanntlich geduldig ist. Vor allem aber haben wir ihm diese formidable Band zu verdanken. Er hat sie ins Leben gerufen, diese großartigen Musiker um sich geschart und der Band die Musik für ihr Debütalbum „auf den Leib geschrieben“.

Gert Kapo
Gert Kapo stammt aus einer albanischen Musikerfamilie und absolvierte schon als 16-jähriges Wunderkind an der Musikhochschule Köln eine Ausbildung zum klassischen Pianisten. Und wie manch anderer klassischer Musiker entdeckte auch er irgendwann die Welt des Jazz für sich. So ist Gert Kapo heute ein gefragter Arrangeur, Pianist und Produzent im Bereich der Weltmusik und des Jazz. Vor allem aber ist er ein stilsicherer Grenzgänger zwischen diesen Welten und der allerbeste Pianist und Organist, den sich diese Band nur wünschen kann.

Gero Gellert
Gero Gellert hat ganz seriös ein ganz seriöses Bass-Studium an der Musikhochschule Köln absolviert. Man findet seinen Namen in den Besetzunglisten vieler nationaler und internationaler Musicalproduktionen. Seit 1995 ist er fester Bassist in der namhaften Cajun- und Folkband „Le Clou“. Gero Gellert arbeitet als Instrumentalpädagoge und Bühnenkünstler für diverse Musikprojekte. Vor allem aber ist er der Groovekeeper am Bass für die Delbruegge Band und hat dafür immer genau den richtigen Sound.

Dirk Ferdinand
Auch Dirk Ferdinand hat ein seriöses Musikstudium absolviert, nämlich als Jazzschlagzeuger. Was ihn aber nicht daran gehindert hat, mit dem „Orchester der Liebe“ in der Welt des rheinischen Frohsinns zu reüssieren. Dortselbst hörte Bernd Delbrügge ihn in einer alternativen Karnevalssitzung und beschloß, ihm eine zweite Chance auf ein Leben ganz ohne Schunkler zu geben. Garantiert klatschmarschfrei. So sitzt Dirk Ferdinand nun hinter dem Schlagzeug der Delbruegge Band und alle sind froh!

Foto: Matthias Baus