Ignaz Netzer
& Christian Rannenberg

12. Mai 2023 | 20:00 Uhr | 15 €

bistro verde in der alten Schmiede
Maternusstraße 6 | 50996 Köln
Tickets unter 0221 93550417 oder info@walterscheidt.net


Ignaz Netzer – guitar | Christian Rannenberg – piano

Zwei Trendsetter des deutschen Blues geben sich zusammen die Ehre und sind am 12. Mai
im Bistro Verde zu hören: Ignaz Netzer & Christian Rannenberg.
Er ist DER deutsche Bluespianist schlechthin: Chris Rannenberg. Und nicht zu Unrecht haftet ihm seit Jahrzehnten der Ruf an, ein ebenso glänzender Solist wie einfühlsamer Begleiter zu sein.
In den siebziger Jahren begann Rannenberg als Tourbegleiter alter Blueslegenden wie Blind John Davis, Sunnyland Slim oder Willie Mabon und durfte diese Meister bald seine Mentoren nennen.
Er war Mitbegründer namhafter Bands wie der „Blues Company“.
Über viele Jahre hinweg schaffte es Rannenberg sogar in den USA seinen Lebensunterhalt als Musiker zu finanzieren. Für sein Lebenswerk wurde der in Berlin lebende Pianist mit vielen Preisen geehrt,
zweimal erhielt er den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.
Ignaz Netzer gründete im zarten Alter von 13 Jahren seine erste Bluesband. Seit 1971 gab er annähernd 2500 Konzerte in vielen Ländern Europas u.a. mit ALEXIS KORNER, CHAMPION JACK DUPREE oder Barbara Dennerlein.
Er veröffentlichte 17 Tonträger. Den Sänger, Gitarristen, Harpspieler, Songwriter und Entertainer bezeichnete das Fachmagazin JAZZ Podium als „Großmeister des klassischen Blues“ und die Süddeutsche Zeitung urteilte: „Diese Musik ist so wunderbar, wenn der Bluesmagier Ignaz Netzer die Bühne betritt“.
Ignaz Netzer wurde 2015 mit dem German Blues Award geehrt.

Ein spannender Blues-Abend „back to the roots“ verspricht beste Laune.


Ignaz Netzer
Ignaz Netzer wurde am 9.10. 1956 in Wangen/Allgäu geboren. Sehr früh bekam er klassischen Gitarrenunterricht, den er auch nicht unterbrach, als er fast noch als Kind anlässlich einer Radiosendung den Blues entdeckte. Damals wusste er zwar noch nicht, WAS das war, aber sehr wohl DASS es das war. Zusammen mit Robert Kirchmaier (Gitarre) und dem späteren Filmkomponisten Klaus Roggors gründete Netzer 1970 die Chicago-Blues Band Firma Kischke, eine astreine Chicago-Bluesband. Im August 1971 erfolgte das erste Konzert. Sehr bald spielte die Band in Clubs und Festivals im süddeutschen Raum. Dies nicht zuletzt auch wegen Netzers sozialkritischen Texten, die er sowohl auf Englisch als auch auf Schwäbisch schrieb. 1984 veröffentlichte Firma Kischke die Live-LP „Nix als the Blues“.
Mitte der siebziger Jahre gewann Ignaz Netzer den Nachwuchswettbewerb beim Bregenzer Folk Festival, und bekam so die Möglichkeit, erstmals vor Tausenden von Menschen auf der großen Bühne zu musizieren. In diesem Zusammenhang spielte er mit Derroll Adams und Colin Wilkie. Der österreichische Rundfunksender Ö3 widmete ihm ein kleines Portrait.
1976 begann er sein Studium in Freiburg, in jenen Jahren ein Eldorado der akustischen Folk- und Gitarrenszene. So traf Ignaz Netzer bald auf Ray Austin, Werner Lämmerhirt, Hannes Wader, Klaus Weiland, Mike Silver und manch andere Gitarristen.
Mit dem Liedermacher Dirk Sommer tourte Netzer durch Deutschland und der Schweiz und die beiden veröffentlichten die Alben „Schnappschuss“ (1981) und „Durschd“ (1983). Nachdem er zuvor Alexis Korner getroffen hatte, der einen maßgeblichen Einfluss auf ihn ausübte, traf er um 1978 den englischen Bluesbarden Gerry Lockran, mit welchem er durch Deutschland, Holland und Belgien tourte. Über ihn begegnete er in London Bert Jansch, Wizz Jones und John Renbourn.
Ab 1978 war Ignaz Netzer immer wieder in den Südstaaten der USA, um „vor Ort“ den Wurzeln des Blues zu folgen. In Clarksdale jammte er z.B. leidenschaftlich mit dem betagten Wade Walton, der lange Jahre noch B.B.King begleitet hatte.
Mit dem Pianisten Thomas Scheytt gründete er 1986 das Oldtime Blues & Boogie Duo, später auch bekannt als Netzer & Scheytt. Die beiden Schwaben spielten Konzerte auf den großen Jazz und Blues Festivals Europas, so z.B. Jazz Ascona, Dixieland Festival Dresden, Blue Balls Festival Luzern, Jazzrallye Düsseldorf. Bei dem damals äußerst beliebten SWR „Hot Jazz Meeting“ im Europapark Rust erhielten Sie 2001 den „Audiance Award“, also den Publikumspreis für die beliebteste Band dieses großen Festivals. Diese Zusammenarbeit erlebt 2016 ihr 30jähriges Jubiläum.
Zur 3sat–Sendung „Concerto Massimo“, einer 24stündigen TV-Dokumentation zur Geschichte des Jazz wurde Ignaz Netzer als Experte für den Blues eingeladen. Dort traf er auf Barbara Dennerlein, mit der er bald eine CD „Drowning In The Blues“ aufnahm. Viele gemeinsame Konzerte folgten. Weitere Publikationen jener Zeit waren die Solo-CD „Walk On“, und die CDs „Trouble In Mind“ und „Live Again“ mit Thomas Scheytt. Mit ihm erschien zudem die DVD eines gesamten Open Air-Konzertes auf der malerischen Burg Stettenfels „My Blues Is My Castle“.
Zusammen mit dem Bluesharp-Virtuosen Albert Koch (später mit Klaus Mojo Kilian) gab er zahllose  Konzerte unter dem Namen Making Blues – auch im Bistro verde. Von dieser Formation  erschienen die drei CDs „Police Dog Blues“, „Krünetzko“ und „You“.
Mitte der 90er Jahre traf Ignaz Netzer auf die tschechischen Musiker Lubos Andrst und Jaromir Helesic. Sie formierten sich mit dem Bassisten Stenjek Tichota zur Powerhouse Blues Band. Im Studio der Prager Philharmoniker wurde die gleichnamige CD produziert. Tourneen durch Tschechien, Slowakei, Schweiz und Deutschland folgten.
Regelmäßig arbeitete Netzer auch mit den US-amerikanischen Blues- und Jazzsängerinnen Karen und  Jeanne Carroll bis zu ihrem Tod. Mit Christian Rannenberg formierten sie das Basic Blues Trio. Konzerte bei Festivals erfolgten in Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und Luxemburg. Eine Live-CD des Trios erschien 2005.
Mit dem Hochschuldozenten der Uni Stuttgart für Jazzgitarre und Harmonielehre Werner Acker hat er seit vielen Jahren ein genreübergreifendes Gitarrenduo  Saitenzauber. 2015 erschien Netzers CD „When The Music Is Over“ mit ausschließlich eigenen Songs. Sie wurde nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Ebenfalls 2015 erhielt er den German Blues Award, nachdem er für diesen schon ein Jahr zuvor nominiert worden war. Neben seiner Konzerttätigkeit und Arbeit als Komponist ist er künstlerischer Leiter mehrerer Veranstaltungsreihen. Regelmäßig gibt der Sammler von Vintage-Gitarren auch Workshops für Bluesgitarre.

Christian Rannenberg
Christian Rannenberg wurde 1956 in Solingen geboren und im Alter von 14 Jahren mit dem Bluesvirus angesteckt. Sein prägendes Erlebnis war ein Konzert des Bluespianisten Champion Jack Dupree im Jahre 1972 in Osnabrück. Ein Gespräch mit Jack nach dem Konzert bestärkte ihn darin, sich intensiv mit dieser Musik und den Menschen, mit denen sie verbunden ist, zu beschäftigen. Erste Bandversuche im Kreise von Mitschülern folgten, und 1975 gründete er zusammen mit Todor Todorovic seine erste professionelle Band, die Christian Rannenbergs Bluesband, die nach etwa einem Jahr in „Blues Company“ umbenannt wurde.
Parallel zu seinen Aktivitäten als Musiker arbeitete Rannenberg als Fahrer für die Konzertagentur Rolf Schubert und lernte so Bluespianisten wie Blind John Davis, Sunnyland Slim, Willie Mabon oder Henry Gray intensiv kennen und wurde von ihnen gefördert. Über diese Roadietätigkeit traf er die deutsche Bluesband „Das dritte Ohr“, mit der sich eine Zusammenarbeit entwickelte, unter anderem auf Tourneen mit Billy Boy Arnold, J.B. Hutto und Eddie Clearwater.
1982 zog er nach Chicago, wo er mit John Littlejohn und Jimmy Rogers spielte. Mit dem Saxophonisten „Detroit“ Gary Wiggins gründete er das International Blues Duo, mit dem er in Europa tourte und das seit 2014 wieder zusammenarbeitet. Weiterhin war er mit Charlie Musselwhite, Angela Brown, Big Jay McNeely und Torsten Zwingenberger auf Tournee. 1990 zog er nach Kalifornien, wo er mit John Heartsman und mit Buddy Ace auftrat. Zurück in Deutschland gründete er mit Richard Bargel die Talking Blues Show. Weiterhin trat er mit Jeanne Carroll auf. Er ist auch auf Alben mit Louisiana Red, Tosho, der Blues Company, der First Class Blues Band und der Matchbox Blues Band zu hören.
Rannenberg erhielt 2013 den Pinetop-Boogie-Woogie-Award als Bluespianist.
1991 kam es zu einer weiteren Duo Produktion, diesmal mit Big Jay McNeely. Die CD gewann den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Im gleichen Jahr gründete er die First Class Blues Band. Er spielte mit dieser Band eine CD ein und gewann erneut den Preis der deutschen Schallplattenkritik.
Die Rhythmusgruppe bestand aus Kevin Duvernay am E-Bass und Tommie Harris am Schlagzeug, der später bei Luther Allison spielte. Neben zahllosen anderen Musikern begleitete er mit dieser Band Angela Brown und Johnny Copeland. Wenig später startete er zusammen mit dem Kölner Bottleneck Gitarristen, Songwriter und Sänger Richard Bargel die mittlerweile bundesweit bekannte Talking Blues Show.
1998 erschien Christian Rannenbergs erste Solo-CD mit dem simplen Titel Blues. 2017 folgte die Solo-CD “OLD BLUES PIANO STYLINGS”, ein Meisterwerk für alle Blues-Piano-Fans.

Foto: Manfred Pollert / Ignaz Netzer