Hans Lüdemann – Trio Ivoire

17. April 2024
20:00 Uhr – 20 €

bistro verde in der alten Schmiede
Maternusstraße 6 | 50996 Köln
Tickets unter 0221 93550417 oder info@walterscheidt.net

Hans Lüdemann – piano / electronics
 | Aly Keita – Balaphon / Sanza (Cote d‘Ivoire) Christian Thomé – drums / percussion

Im TRIO IVOIRE verschmelzen persönliche Wurzeln aus den Traditionen von Jazz, europäischer und afrikanischer Musik. Die Verbindung des afrikanischen Balafons mit Klavier, Schlagzeug und Elektronik schafft einen zeitgenössischen Sound ohne Vergleich. Das hat weniger mit traditioneller Musik als damit zu tun, künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten in einer globalisierten Welt zu finden. Einerseits geht es darum, traditionelle afrikanische Instrumente in die moderne Welt zu transportieren, um auf der anderen Seite neuen Farben für das Klavier zu entdecken.
Gemeinsam entsteht eine eigene Art von Musik jenseits der Klischees – ein lustvolles Spiel dreier außergewöhnlicher Musikerpersönlichkeiten zwischen Traditionen, Visionen und Experimenten. Besonders dort, wo afrikanische Polyrhythmik und europäische Polyphonie sich verbinden, oder wo die Gegensätze betont werden, entstehen die kreative Energien der Gruppe. Die musikalische Magie des TRIO IVOIRE verbindet Jazz zurück nach Afrika, in einer subtilen Balance zwischen reichen und komplexen rhythmischen und formalen Strukturen und einer emotionalen Tiefe „hinter den Tönen“, die berührt – sie zielt direkt in das Herz des Zuhörers.

Hans Lüdemann
1961 in Hamburg geboren, studierte klassisches Klavier am Hamburger Konservatorium und Jazz-Klavier an der Musikhochschule Köln und dem Banff Centre/Kanada und schloss mit dem Konzertexamen ab. Hans Lüdemann‘s Motivation war und ist die Realisierung eigener kreativer Ideen, Kompositionen, Projekte und Improvisationen, die ihn von Kindheit an beschäftigten. Die „erkennbar eigene Sprache“ (FAZ) prägt seine Gruppen TRIO IVOIRE und ROOMS ebenso wie seine Klavier-Soloprogramme. Lust an musikalischen Entdeckungen brachte ihn immer wieder in Berührung mit Musikern und der Musik Afrikas und machte ihn zu einem „Wanderer zwischen den Welten“. Lüdemann entwickelte neue Spieltechniken für das historische Clavichord und erweitert den akustischen Flügelklang mit elektronischen Klaviersamples zu einem mikrotonalen „virtuellen Klavier“.
Lüdemann‘s professionelle Karriere, die 1985 als Mitglied der Gruppe CHORUS mit Eberhard Weber / Jan Garbarek / Ralf Hübner mit einer Asientournee begann, brachte ihn mit vielen bedeutenden Musikern zusammen – dazu gehören Paul Bley (Duo CD), Marc Ducret, Mark Feldman, Heinz Sauer, Angelika Niescier, Reiner Winterschladen und Toumani Diabate. Als Solopianist und im Ensemble hat er die Welt bereist und ist regelmässiger Gast auf internationalen Festivals und Konzertbühnen. Porträtkonzerte bei der Musiktriennale Köln gehören dazu wie auch Auftritte beim Bachfest Leipzig, Offbeat-Festival Basel, Münchner Klaviersommer, dem Copenhagen Jazz Festival, den Nancy Jazz Pulsations, dem HIFA-Festival Harare, dem Delhi Jazz Yatra, den „Vues d Afrique“/Montreal und Konzerte im Haus der Kulturen, Berlin, der Prager Philharmonie, der New Yorker Knitting Factory und im „Teatro Amadeo Roldan“ in Havana/Cuba. Er hat Kompositionsaufträge des WDR, der NDR Bigband und der Kunststiftung NRW erhalten. Seine Musik ist auf zahlreichen CD- und Notenveröffentlichungen bei renommierten Labels und Verlagen dokumentiert. 2012 ist sein bisher umfangreichstes Projekt, „die kunst des trios“, als 5-CD-Box erschienen, die mit dem „ECHO Jazz 2013“ ausgezeichnet wurde.
Lüdemann ging 2002 mit Bundespräsident Johannes Rau auf Afrikareise, war Mitglied der Bundesjury Komposition für die Villa Massimo 2003 – 2007 und künstlerischer Leiter des „Jazzart-Festival NRW von 2001 – 2004. Er leitete den „Creative Jazz Workshop“ an der Europäischen Akademie Montepulciano, wirkte als Lehrbeauftragter für Jazz-Klavier an der Musikhochschule Köln und als Cornell Visiting Professor am Swarthmore College 2009/2010 in den USA. Er lebt als freischaffender Musiker und Komponist in Hoffnungsthal bei Köln.

Aly Keita
wurde 1969 in Abidjan/ Côte d’Ivoire als Sohn malischer Eltern geboren. Er stammt aus einer Malinké-Familie, die seit Generationen den Beruf des „Griots“ (traditionelle Sänger und Musiker) ausübt. Er verbrachte seine Kindheit in Mali, wo er auf dem traditionellen pentatonischen Balafon zunächst bei Zouratié Coulibaly lernte. Zurück in Abidjan, begegnete er 1986 Georges Makinto, mit dem er erstmalig Jazzmusik machte. Er entwickelte sein eigenes diatonisches Balafon, das ihm neue Möglichkeiten und Stile eröffnete.
Seine Erfahrungen im Jazz gaben ihm Gelegenheit, in Afrika, Europa und den USA aufzutreten und seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Er passte das Balafon an verschiedenste Musikstile an, was ihm Begegnungen mit international renommiertern Künstlern ermöglichte. So spielte er inzwischen mit Musikern wie Pharaoh Sanders, Rhoda Scott, Camel Zekri, Lukas Ligeti, Gilles Renne, Philippe Sellam, Trilok Gurtu, Jan Garbarek, Majid Bekkas, Linley Marte, Etienne M’Bape, Habib Koité, Rokia Traoré, Michel Donéda, Xavier Charles, Sekouba Bambino, Paco Séry, Talib Kibwé, Masahiro Sayama, Akétagawa Shoji, Bernard Zadi, Hans Lüdemann.
Mit Georges Makinto sowie den Formationen „Beta Foly“, „African Project“ und dem „Trio Ivoire“ hat er CD-Aufnahmen gemacht. Außerdem spielt er auf Alben von Paco Séry, Manu Solo, Omar Sosa und Majid Bekkas mit. Aly Keita gibt regelmäßig Solokonzerte. 2010 hatte er einen zweimonatige Solotournee durch Ost- und Südafrika für das CCF. Eine erste CD unter eigenem Namen ist 2007 bei Contrejour erschienen, eine weitere mit Balaphon solo 2010.
Aly Keita wurde 2010 mit dem deutschen Weltmusik-Preis „Creole“ ausgezeichnet. Im Auftrag des „Centre de formation et de promotion musicale“ in Niamey (Niger) leitete er zwischen 1989 und 1995 Kurse für traditionelle und moderne Musik. Er baut alle seine Instrumente selber und war Balafonlehrer an der Kunsthochschule in seiner Heimatstadt Abidjan. Als Gastdozent gab er Workshops an vielen internationalen Hochschulen, u.a. der Musikhochschule Köln. Auf Initiative von „Y’a pas son deux“ bauten Aly Keita und seine Brüder 1999 in Tarascon sur Ariège (Frankreich) das grösste Balafon der Welt.
Seine wichtigsten Festivals:
- „La Côte d’Ivoire au quotidien“, Centre Georges Pompidou, Paris (Frankreich)
- Festival „Africa Estate“, Cagliari (Italien)
- Haus der Kulturen der Welt, Berlin und Goethe-Institut München (Deutschland)
- Festival in Memphis/ Tennessee (USA)
- Wiener Oper (Österreich)
- Festival de la Francophone, Limoges; Calvi Jazz-Festival, Korsika (Frankreich)
- „MASA Off“ und „Energie Jazz“, Abidjan (Côte d’Ivoire)
- Fête de la Musique, Bangui (Zentralafrika)
- „Festival de l’eau“ (Niger), „Jazz à Ouaga“ (Burkina Faso)
- „Banlieues Bleues“, „Sons d’Hiver“, Paris; „Nuit atypique“, Langon (Frankreich)
- Jazz Festival St. Louis (Senegal)

Christian Thomé
Geboren 1970 in Düsseldorf, studierte von 1991 bis 1997 Jazzschlagzeug an der Hochschule der Künste in Arnheim, Niederlande, lebt seitdem in Köln. Er gehört zu den wenigen Schlagzeugern, die eine eigene Sprache gefunden haben. Sein originäres und klangfarbenreiches Schlagzeugspiel, für das er auch international bekannt ist, ermöglicht ihm den seltenen Spagat, sich in ganz unterschiedlichen Musikstilen zu profilieren. So war er im Herbst 2004 mehrere Wochen für das Goethe-Institut auf Konzertreise im Nahen Osten mit dem Kölner Weltmusikensemble „Schäl Sick Brass Band“, er spielt kammermusikalische Musik im Trio mit Markus Stockhausen und Angelo Comisso, zeitgenössischen Jazz und improvisierte Musik mit „Mad Michel“ (Sebastian Gramss, Matthias Schubert, Rudi Mahall), er erweitert sein Instrumentarium um elektronische Geräte wie z.B. Loopdelay und Laptop, um z.B. in Jürgen Friedrichs „bits ’n pieces“ den Begriff Elektrojazz neu zu beleuchten, und er geht noch einen Schritt weiter in die elektronische Richtung als Teil von „Nanoschlaf“ (Matthias Muche, Philip Zoubek, Sven ..) und deren intermedialen Improvisationen im Rahmen der Reihe „Frischzelle“, er schlägt musikalische Brücken zur Klassik, etwa in der Zusammenarbeit mit dem jungen, zeitgenössischen Komponisten Moritz Eggert, oder dem Auryn Streichquartet, und natürlich reizt ihn auch die Jazztradition und ihre aktuelle Adaption, z.B. in Georg Rubys „Village Zone“ -Trio mit Dieter Manderscheid, oder im Thomas Heberer Trio, mit Carl- Ludwig Hübsch an der Tuba.
Darüber hinaus bündelt er sein persönliches Schaffen in verschiedenen eigenen Projekten, komponiert, arrangiert und produziert z.B. „Radio Köber“ ein elektronisch/akustisches Trio mit Robert Schleisiek und Tilman Ehrhorn, Preisträger bei Jazzart 2004, er ist der kreative Mittelpunkt von „Lühning“, einem Quartet um die Sängerin Inga Lühning, er hat von Publikum und Presse gefeierte Auftritte mit seinem Duo „Rudolph Thomé“ mit der Sängerin Céline Rudolph bestritten („ihnen gehört die Zukunft des Jazz“), mit „Arnie Bolden“ (S.Meinberg, R. Beerkircher, Michael Thieke) hat er gerade die Debut- CD „don’t do it, tu es“ fertiggestellt, auf der zeitgenössischer Jazz zu hören ist, und seiner natürlichen Begabung für längere Formen und Arrangements für größere Besetzungen kann er in seinem Septet „tomatic 7“ freien Lauf lassen.
Er spielte mit Lee Konitz, Peter Kowald, Evan Parker, Michael Moore, Dhafer Youssef, Michel Godard, Rainer Winterschladen, Ike Willis, John Goldsby, Markus Stockhausen, Claudio Puntin, Guillaume Orti, Till Brönner, Dieter Manderscheid, Frank Chastenier, Hans Lüdemann, Henning Sieverts, Achim Kaufmann, Sebastian Hess, Hartmut Kracht, Céline Rudolph, Michiel Braam, Wilbert de Joode, Jorrit Dijkstra, Oene van Geel, Peter Fessler, Moritz Eggert, Sebastian Gramss, Nils Wogram, Matthias Schubert, Rudi Mahall, u.a.

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Foto: Hans Lüdemann